Oct 11, 2022
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Ukraine-Krieg: Lukaschenko plant gemeinsame Militäreinheit mit Putin

Written by Christoph Lumme


Chaos in Kiew

Russland hat die Hauptstadt der Ukraine mit Raketen angegriffen.


(Foto: IMAGO/VXimages.com)

Düsseldorf Moskau verstärkt seine militärischen Aggressionen: Während Russland die Metropole Kiew und andere Städte der Ukraine am Montag mit Raketen angegriffen hat, wird Belarus militärisch enger mit Moskau kooperieren.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko kündigte die Bildung einer gemeinsamen regionalen Militäreinheit der Streitkräfte seines Landes mit der russischen Armee an. Dies habe er mit Russlands Präsident Wladimir Putin vereinbart, sagte Lukaschenko nach Angaben der Staatsagentur Belta.

Grund für den Schritt seien die wachsenden Spannungen an der Grenze zur Ukraine, sagte der 68-Jährige. Über inoffizielle Kanäle habe er erfahren, dass die Ukraine Angriffe auf das Territorium von Belarus plane. Man müsse daher darüber nachdenken, wie sich die Sicherheit des Landes erhöhen lasse.

Der auch als „letzter Diktator Europas“ bezeichnete Lukaschenko hatte seine Entscheidung in der Vergangenheit immer wieder offen gelassen. Einerseits erklärte er, sich nicht in den Krieg hineinziehen lassen zu wollen. Andererseits schloss er ein solches Eingreifen auch nicht aus. Belarus stellt seit Beginn des Krieges Russland seine Militärstützpunkte zur Verfügung.

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Moskau hatte das belarussische Territorium als Aufmarschgebiet genutzt. Moskau und Minsk sind wirtschaftlich und militärisch eng verbunden. Ukrainische Militäranalysten befürchten, dass auch das belarussische Militär aus nördlicher Richtung in die Ukraine eindringen könnte, um Streitkräfte Kiews aus dem Osten und Süden zu binden.

Putin droht mit noch härteren Schlägen

Aus Sicht der Ukraine ist Belarus bereits Kriegspartei. Der deutsche Politologe Carlo Masala schrieb auf Twitter, Lukaschenko gehe damit ein hohes Risiko ein. Weder beim Militär noch bei der belarussischen Bevölkerung gebe es große Sympathien für eine Beteiligung belarussischer Streitkräfte.

>> Lesen Sie dazu auch: Explosion auf der Krim-Brücke: Putin übt Vergeltung

Unterdessen feuerte Russland am Montag mehr als 80 Raketen auf Kiew und andere Städte in der Ukraine ab. Die Angriffe töteten mindestens elf Menschen landesweit, 64 wurden verletzt, wie der ukrainische Zivilschutz mitteilte. Viele Menschen waren gerade auf dem Weg zu Arbeit.

Der russische Präsident Wladimir Putin drohte der Ukraine mit weiteren Vergeltungsmaßnahmen. Die Explosion am Wochenende auf der Krim-Brücke, für die er das Nachbarland verantwortlich macht, sei ein terroristischer Akt gewesen, sagte Putin in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Als Reaktion hätten am Morgen russische Langstreckenraketen in der Ukraine Energie-, Militär- und Kommunikationseinrichtungen getroffen.

„Im Falle weiterer Versuche, terroristische Akte auf unserem Territorium zu verüben, wird Russland hart reagieren“, sagt Putin.

Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko

Kein anderes Land stellt sich so kompromisslos hinter Russland wie Belarus.



(Foto: dpa)

Russische Kriegsblogger und Hardliner begrüßten die schweren Raketenangriffe. Der von Russland unterstützte und geförderte tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow erklärte, er sei jetzt „100 Prozent glücklich“. An den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gerichtet sagte er: „Wir haben euch gewarnt, dass wir noch nicht einmal im Ernst angefangen haben.“

Russland hat laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski mit den landesweiten Raketenangriffen am Morgen bewusst den größtmöglichen Schaden unter den Menschen anrichten wollen. Die Energieinfrastruktur der Ukraine sei ins Visier genommen worden, sagt er in einer Videobotschaft. „Das zweite Ziel sind die Menschen. Dieser Zeitpunkt und diese Ziele wurden speziell ausgewählt, um so viel Schaden wie möglich anzurichten“, warf er der russischen Führung vor. „Sie wollen Panik und Chaos, sie wollen unser Energiesystem zerstören.“

Russische Raketen treffen offenbar Kiew

Zahlreiche westliche Länder, darunter Deutschland, verurteilten die russischen Raketenangriffe scharf. Bundeskanzler Olaf Scholz habe bereits mit dem ukrainischen Präsidenten telefoniert und Hilfe Deutschlands beim Wiederaufbau der zivilen Infrastruktur zugesagt, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit.

Über mögliche Reaktionen auf die russischen Raketenangriffe auf die Ukraine findet zur Stunde eine Sondersitzung der sieben führenden westlichen Industrienationen (G7) statt. Darauf hatte sich Selenski mit Bundeskanzler Olaf Scholz als amtierenden G7-Vorsitzenden verständigt. Dabei soll über die Frage der Erhöhung des Drucks auf Russland und Hilfe bei der Wiederherstellung der beschädigten Infrastruktur gesprochen werden.

Mit Agenturmaterial.

Mehr: Die Lehren der Kubakrise für den Ukraine-Krieg – so lässt sich der Weltuntergang verhindern

Erstpublikation: 10.10.2022, 13:26 Uhr (zuletzt aktualisiert: 11.10.22, 14:25 Uhr).



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Politik

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