Oct 25, 2022
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Zukunftsstrategie: Innovation made in Germany: Diese Ziele will die Ampel bis 2025 erreichen

Written by Barbara Gillmann


Forschung und Innovation

Die Bundesregierung hat sich bis zum Jahr 2025 eigene Ziele gesteckt.


(Foto: IMAGO/Westend61)

Berlin Die Bundesregierung stellt ihre Innovationsförderung neu auf. Das zeigt die neue „Zukunftsstrategie Forschung und Innovation“, die die alte „Hightech-Strategie“ ablöst. Der Entwurf des Bundesforschungsministeriums liegt dem Handelsblatt vor. Neu ist, dass sich die Ampel dabei konkrete Ziele setzt, die sie bis 2025 erreichen will.

„Mit der Zukunftsstrategie schaffen wir ein ressortübergreifendes Fundament, um unsere Anstrengungen und Ressourcen als Bundesregierung zu bündeln und auf die großen Herausforderungen auszurichten“, sagte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) dem Handelsblatt.

„Selten zuvor musste so vieles gleichzeitig bewältigt und gestaltet werden“, sagte die Ministerin in Bezug auf die aktuellen Krisen und Herausforderungen. Für diesen Kraftakt seien Forschung und Innovation unerlässlich. „Besonders wichtig ist mir, dass wir mehr Innovationen in die Anwendung bringen, technologieoffen in der Breite vorgehen und Technologieführerschaft gerade bei Schlüsseltechnologien verteidigen oder erringen.“

Das wichtigste Ziel der Strategie ist die Steigerung der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung auf 3,5 Prozent des BIP im Jahr 2025. Zuletzt waren es 2020 noch 3,13 Prozent.

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Dieses Ziel steht zwar schon im Koalitionsvertrag – ist jedoch durch Krieg und Konjunktureinbruch ambitionierter geworden. Denn die Wirtschaft, die zwei Drittel dieser Ausgaben stemmt, spart derzeit an Innovationsausgaben. Frühere deutsche Regierungen waren zudem selbst in guten Jahren daran gescheitert, die Zielmarke von drei Prozent zu erreichen. 

Die Akademikerquote soll steigen

Um trotz Krise einen Innovationshöhenflug zu ermöglichen, legt die Strategie diverse Unterziele fest: So soll etwa eine Unternehmensgründung 2025 innerhalb von 24 Stunden möglich werden – im Jahr 2020 waren es nach Daten der Weltbank noch acht Tage.

>> Lesen Sie mehr: Viele Patente, wenig Produkte – Deutschlands- Barrieren bei der Innovation 

Die Bildungsministerin verspricht zudem mehr Toppersonal: Der Anteil der Akademiker, Techniker und Fachwirte unter den 30- bis 34-Jährigen soll von 50,5 auf 52,5 Prozent steigen. 

Die übrigen Ministerien, denen der Entwurf der Zukunftsstrategie gestern zugegangen ist, sollen nun weitere konkrete Ziele formulieren, gefordert sind vor allem die Häuser für Wirtschaft und Verkehr. Im Januar soll die Strategie kabinettsreif sein. 

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So soll es etwa eine Zielmarke für den Anteil des Wagniskapitals am BIP geben. Wagniskapital ist in Deutschland eine besonders knappe Ressource.

Mehr Frauen für die Forschung

Daneben soll der Anteil der Unternehmensgründungen im Hochtechnologiesektor steigen, der zuletzt 3,6 Prozent betrug. Auch Hochschulen sollen weit mehr als 244 Ausgründungen im Jahr ermöglichen.

Bundesministerin für Bildung und Forschung

Bettina Stark-Watzinger will die „Zukunftsstrategie Forschung und Innovation“ ankündigen.


(Foto: IMAGO/Metodi Popow)

Der Löwenanteil der Innovationen kommt bislang aus den Großunternehmen, künftig sollen sich aber auch mehr Mittelständler beteiligen. Bei den Start-ups setzt die Regierung auf Frauen.

Ihr Anteil an den Gründungen soll künftig mehr als nur ein Zehntel ausmachen. An den Hochschulen soll mehr als ein Viertel der Professuren von Frauen besetzt werden.

>> Lesen Sie mehr: Ende des Akademisierungswahns – Trend zum Studium ist zum Stillstand gekommen

Inhaltlich definiert die Zukunftsstrategie sechs Felder, auf die sich der Staat konzentrieren soll. An der Spitze steht das Ziel „ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Industrie und nachhaltige Mobilität“.

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Eine mögliche Aufgabe wäre hier die Forschung an Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff für den Verkehr und die Wärmeerzeugung. Langfristig könne auch die Fusionsforschung saubere Energie liefern, schreibt das Ministerium.

Innovationen gegen Epidemien

Das neue 6G-Netz soll nicht nur die Digitalisierung weit voranbringen, sondern zugleich den Stromverbrauch vom Datenvolumen abkoppeln. Das Kapitel „Klimaschutz und Biodiversität“ nennt beispielsweise neue, dem Klimawandel angepasste Wasserinfrastrukturen und eine „effiziente Wasserwiederverwendung“ als Ziel.

Mobilfunkmast

Das 6G-Netz soll die Digitalisierung in Deutschland voranbringen.


(Foto: imago images/Michael Gstettenbauer)

Enorme Hoffnungen ruhen zudem auf der Gesundheitsforschung. Hier soll nicht nur der Kampf gegen Volkskrankheiten und Epidemien verstärkt werden, es sollen auch die Wechselwirkungen von Umwelt und Gesundheit besser erforscht werden.

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Die Unikliniken sollen helfen, endlich eine Dateninfrastruktur zu etablieren, die Gesundheitsdaten national zusammenführt. Das vierte Großziel verfolgt die Sicherung der technologischen Souveränität und die Nutzung der enormen Potenziale der Digitalisierung.

Überraschend wirkt der Block „Erforschung von Weltraum und Meeren“. Doch die Raumfahrt hat nicht nur die Teflonpfanne hervorgebracht – zuletzt hat die Nasa ein System zum superschnellen Laden von Elektroautos entwickelt.

Mehr: Trumpf-Technologiechef Leibinger über Quantencomputing in Deutschland



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Politik

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