Berlin Die Signale für ein Abflauen der hohen Inflation in Deutschland mehren sich: Die deutschen Hersteller senkten ihre Preise im November bereits den zweiten Monat in Folge deutlich. Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte gaben wegen günstigerer Energie um durchschnittlich 3,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat nach, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit minus 2,5 Prozent gerechnet. Im Oktober hatte es mit 4,2 Prozent den ersten Rückgang seit zweieinhalb Jahren gegeben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat schwächte sich die Teuerungsrate diesmal auf 28,2 Prozent ab, nachdem es im August und September mit jeweils 45,8 Prozent die höchsten Anstiege seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 gegeben hatte.
„Es scheint, dass die Inflationsdynamik deutlich zurückgegangen ist“, kommentierte Ökonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Entwicklung. Dennoch bleibe das erreichte Niveau der Erzeugerpreise teils exorbitant. Auch im kommenden Jahr dürfte es für die Verbraucher in vielen Bereichen erneut deutlich teurer werden. „Da ist noch Druck in der Pipeline“, sagte Niklasch.
Maßgeblich für den Rückgang der Erzeugerpreise ist die Entwicklung bei der Energie. Diese war im November im Durchschnitt um 9,6 Prozent günstiger zu haben als im Vormonat – „hauptsächlich verursacht durch den Rückgang der Preise für Erdgas in der Verteilung sowie für elektrischen Strom“, so das Statistikamt. Kraftstoffe wie Benzin verbilligten sich um 7,5 Prozent zum Vormonat, leichtes Heizöl sogar um 16,9 Prozent.
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Die Entwicklung weckt die Hoffnung, dass die starke Inflation allmählich ihren Höhepunkt erreicht. Denn die Produzentenpreise gelten als Vorläufer für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten.
Erhöhen oder senken die Erzeuger ihre Preise, kommt das in der Regel auch bei den privaten Haushalten an, zumindest teilweise. In der Statistik werden die Preise ab Fabriktor geführt – noch bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen.
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Im November lagen die Verbraucherpreise 10,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Für Dezember wird ein spürbarer Rückgang in den einstelligen Bereich erwartet.
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