Feb 20, 2023
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Truppenbesuch: Pistorius verspricht Ukraine erste Leopard 1 spätestens im Juni

Written by Frank Specht


Ukrainischer Soldat vor einem Schützenpanzer Marder

Ein limitierender Faktor bei der Ausbildung ist der Mangel an Dolmetschern.



(Foto: dpa)

Berlin Die Bundeswehr will bis Ende 2023 mehr als 3000 ukrainische Soldaten ausgebildet haben. Dies kündigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Montag bei einem Truppenbesuch im niedersächsischen Munster an. An dem Standort läuft aktuell die Ausbildung an den Schützenpanzern Marder und den Kampfpanzern Leopard 2, die Deutschland bis Ende März der Ukraine übergeben will. Der Zeitplan stehe, sagte Pistorius.

„Ausbildung ist eine ganz besondere Stärke unserer Bundeswehr“, betonte der Minister, der unter anderem von SPD-Chef Lars Klingbeil und dem CDU-Verteidigungsexperten Henning Otte begleitet wurde. Auch der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev und der frühere ukrainische Boxweltmeister Wladimir Klitschko waren dabei. Er sei beeindruckt, wie schnell sich die ukrainischen Soldaten mit den westlichen Waffensystemen vertraut machten, sagte Pistorius.

>> Lesen Sie hier: Wie die Ukraine immer verzweifelter nach Waffen sucht

Seit Beginn des Krieges vor knapp einem Jahr sind bis heute rund 1200 ukrainische Soldaten in Deutschland ausgebildet worden. Die Bundeswehr habe ihre Trainingskapazitäten ausgebaut und werde das weiter tun, so der Minister. Ein „limitierender Faktor“ bei der Ausbildung sei der Mangel an Dolmetschern. Botschafter Makeiev erklärte, man werde versuchen, in der ukrainischen Community in Deutschland und in der Ukraine selbst Übersetzer anzuwerben.

Deutschland hat der Ukraine 40 Schützenpanzer Marder und 14 Kampfpanzer Leopard 2A6 zugesagt. Diese würden in der Ukraine dringend gebraucht, denn an der Frontlinie werde auch der Frieden in Deutschland und in der freien Welt verteidigt, sagte Klitschko.

Produktion neuer Panzer dauert mindestens zwei Jahre

Gerade die Abgabe der Leopard-Panzer sei für die Bundeswehr sehr schmerzlich, erklärte Pistorius. Deshalb werde er Gespräche mit der Rüstungsindustrie führen, um die Neubeschaffung schnell zu ermöglichen. „Ich bin da jeden Tag quasi mit am Ball“, betonte er. Aber selbst wenn neue Panzer heute bestellt würden, dauere die Produktion zwei bis zweieinhalb Jahre.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (r.), Rheinmetall-Chef Armin Papperger

„Ich wünsche mir von der Industrie den schnellen Ausbau der Produktionskapazitäten.“



(Foto: dpa)

Nach dem Besuch in Munster fuhr der Verteidigungsminister weiter ins wenige Kilometer entfernte Unterlüß, wo das Rüstungsunternehmen Rheinmetall ein Erprobungszentrum betreibt. Pistorius traf sich dort mit Rheinmetall-Chef Armin Papperger.

„Ich wünsche mir von der Industrie den schnellen Ausbau der Produktionskapazitäten“, sagte der Minister. Papperger betonte, Rheinmetall könne die Kapazitäten noch weiter steigern.

Allerdings ist der Konzern aktuell gleich mehrfach gefragt. Zum einen baut Rheinmetall eine neue Fertigungslinie auf, um wieder Munition für den Flugabwehrpanzer Gepard zu produzieren, der in der Ukraine erfolgreich zum Einsatz kommt. Auch die Produktion anderer Munition soll hochgefahren werden.

Gleichzeitig müssen Leopard-2-Panzer instandgesetzt werden, die die Bundesregierung osteuropäischen Nationen im Rahmen des sogenannten Ringtauschs zugesagt hat. Und auch bei der Instandsetzung älterer Panzer des Typs Leopard 1A5 ist Tempo gefragt.

Die Bundesregierung hatte Anfang des Monats die Ausfuhrgenehmigung für bis zu 178 Panzer des Typs erteilt. Rheinmetall verfügt nach eigenen Angaben über 88 Exemplare, die Flensburger-Fahrzeug-Gesellschaft (FFG) über 99, die sie aus dänischen Beständen gekauft hat.

Laut Pistorius sollen die ersten Leopard 1A5 aus Industriebeständen bis Mai oder Juni zur Verfügung stehen. Mit den Vorbereitungen für die Ausbildung ukrainischer Soldaten werde jetzt begonnen.

Mehr: Warum die SPD in der Sicherheitspolitik zwei völlig unterschiedliche Gesichter zeigt



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