Oct 18, 2022
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Inflationsrate: Wegfall von 9-Euro-Ticket treibt Inflation für ärmere Familien hoch

Written by pinmin


Zug der Deutschen Bahn

Bei Familien mit mittleren und niedrigen Einkommen schlugen die Kostensteigerungen für den öffentlichen Verkehr nach Auslaufen von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket spürbar zu Buche.



(Foto: dpa)

Berlin, Frankfurt am Main Der Wegfall von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket sowie neue Preisschübe bei Haushaltsenergie und Nahrungsmitteln belasten einer Studie zufolge einkommensschwache Familien besonders stark. Für sie lag die Inflationsrate im September bei 11,4 Prozent, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hervorgeht.

Zum Vergleich: Die allgemeine Inflationsrate lag dem Statistischen Bundesamt zufolge bei 10,0 Prozent, dem höchsten Stand seit 1951. Auch ärmere Singles spürten eine höhere Belastung: Für sie lag die spezifische Teuerungsrate – die mit einem für den jeweiligen Haushaltstyp repräsentativen Warenkorb berechnet wird – bei 10,8 Prozent.

Dagegen weisen Alleinlebende mit hohem Einkommen wie in den Vormonaten die im Vergleich geringste haushaltsspezifische Teuerungsrate auf. Sie beträgt 8,0 Prozent.

„Die spezifischen Inflationsraten zeigen, dass Haushalte mit geringeren Einkommen durch den Preisanstieg bei Haushaltsenergie überproportional belastet sind und sich hier auch die Verteuerung der Nahrungsmittel stärker niederschlägt“, sagten die Wissenschaftler Silke Tober und Sebastian Dullien, die den Inflationsmonitor erstellen.

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Zusätzlich hätten bei Familien mit mittleren und niedrigen Einkommen auch die Kostensteigerungen für Kraftstoffe und öffentlichen Verkehr nach Auslaufen von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket spürbar zu Buche geschlagen, die nur von Juni bis August galten. Bei einkommensstarken Alleinlebenden sorgten dagegen eher Preisanstiege bei Pauschalreisen, Restaurantbesuchen oder für die Wohnungsinstandhaltung für höhere Ausgaben.

Umfrage: Menschen schränken sich wegen Inflation ein

Viele Menschen in Deutschland setzen angesichts der Inflation einer Umfrage zufolge den Rotstift an – bis hin zu Weihnachtsgeschenken. Nach der am Dienstag veröffentlichten Erhebung der Sender RTL und ntv versuchen 75 Prozent der Befragten, sich beim Heizen und Stromverbrauch einzuschränken. 58 Prozent halten sich bei Neuanschaffungen zum Beispiel von Kleidung und Möbeln zurück. Beim Urlaub versuchen 47 Prozent der etwa 1000 Befragten weniger Geld auszugeben, bei Lebensmitteln 40 Prozent und bei Weihnachtsgeschenken 29 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.

>> Lesen Sie hier: Warum zehn Millionen Haushalte bei den geplanten Entlastungen leer ausgehen

Lohnerhöhungen von 8 bis 10 Prozent, wie von einigen Gewerkschaften gefordert, sieht die Mehrheit der Befragten kritisch. 23 Prozent gehen davon aus, dass dies für die meisten Unternehmen verkraftbar wäre. Eine Mehrheit von 70 Prozent meint, dass solche Lohnerhöhungen die meisten Unternehmen überfordern und in finanzielle Schwierigkeiten bringen würden.

Umso wichtiger sind dem IMK zufolge eine staatliche Entlastungspolitik. Die von der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen gingen dabei „weitgehend in die richtige Richtung“, betonten Tober und Dullien. So komme die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro – die Erwerbstätige im September erhalten haben und die im Dezember an Menschen im Ruhestand und andere zuvor ausgelassene Gruppen gezahlt wird – insbesondere Haushalten mit niedrigerem Einkommen zugute, da sie versteuert werden muss.

Die mit der Gaspreisbremse vorgeschlagene prozentuale Übernahme der Heizkosten basierend auf dem üblichen Verbrauch durch den Staat bedeute allerdings auch, dass Haushalte mit hohem Verbrauch und hoher Heizrechnung in Euro gerechnet stärker entlastet würden als solche mit niedrigem Verbrauch. Wenn die Entlastung ohne Obergrenze geschehe, erhielten Besitzer großer Luxusimmobilien Entlastungsbeträge, die im Extremfall den Durchschnitt um ein Mehrfaches übersteigen könnten, so die IMK-Experten.

Mehr: Höchste Tarifforderungen seit Jahren: Droht nun die Lohn-Preis-Spirale?



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Politik

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