Jan 19, 2023
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Ukraine-Krieg: Rheinmetall könnte in diesem Jahr mehr als 100 Kampfpanzer an die Ukraine liefern

Written by Martin Murphy


Leopard 2

Die Bundeswehr müsste diesen Überlegungen zufolge keine Einheiten abgeben, was deren Abwehrkraft erhalten würde.


(Foto: AFP/Getty Images)

Berlin Die deutsche Rüstungsindustrie bereitet sich auf die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine vor. Neben dem Leopard 2 könnten auch Leopard 1 und das britische Modell Challenger 1 aufgearbeitet und an Kiew übergeben werden, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen. Die Bundeswehr müsste diesen Überlegungen zufolge keine Einheiten abgeben, was deren Abwehrkraft erhalten würde.

Mit dem Challenger 1 hatten viele Beobachter nicht gerechnet. Ins Spiel bringt ihn der Rheinmetall-Konzern, der den Kreisen zufolge eine hohe zweistellige Anzahl des britischen Panzers von Oman kaufen und aufrüsten würde. Die Fahrzeuge könnten noch in diesem Jahr an die Ukraine übergeben werden, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Die Ukraine erhält bereits britische Kampfpanzer, allerdings vom Typ Challenger 2. Dieser ist moderner als sein Vorläufer, allerdings hätten beide Modelle die gleiche Hauptwaffe, was die Versorgung mit Munition und die Logistik erleichtern würde.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich bisher gegen eine Unterstützung der Ukraine durch deutsche Kampfpanzer ausgesprochen, da er eine Eskalation des Kriegs befürchtet.

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Russland könnte demnach Deutschland als Kriegspartei einstufen. Scholz hatte daher am Mittwoch in Davos gesagt, dass Deutschland nur liefern werde, wenn die USA Panzer vom Typ M1 Abrams abgeben würden.

>> Lesen Sie hier: Scholz kann die Lieferung von Leopard-2-Panzern nicht mehr verhindern – ein Kommentar

Da nach Großbritannien auch Polen und Finnland Leopard-Kampfpanzer aus ihren Beständen an die ukrainischen Streitkräfte übergeben wollen, steigt der Druck auf Scholz. Der M1 Abrams ist indes wenig geeignet, da er ein kompliziertes Antriebssystem hat, dessen Verbrauch doppelt so hoch wie der vom Leopard ist.

Entscheidung möglicherweise am Freitag

Die US-Regierung verlangt ihrerseits nach Medienberichten, dass Deutschland diese Exporte zumindest freigibt. Als Herstellerland kann die Bundesrepublik eine Weitergabe von Leopard-Panzern untersagen.

Wie es weitergeht, könnte sich am Freitag entschieden: Dann kommen die Verteidigungsminister der Ukraine-Unterstützerstaaten zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Erstmals mit dabei sein wird der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).

Neben dem Challenger bietet Rheinmetall die Lieferung von Leopard 1 und Leopard 2 an, der Standardwaffe der Bundeswehr. Vom älteren Modell Leopard 1 könnten in diesem Jahr 20 Kampfpanzer und innerhalb von 20 Monaten weitere 80 neu ausgerüstet und abgegeben werden.

Auch die Flensburger Rüstungsfirma FFG hat Leopard 1 im Bestand und könnte diese für die Ukraine nachzurüsten. Offen ist, inwiefern sich Krauss-Maffei Wegmann (KMW) – der Haupthersteller des Leopard 2 – an einer möglichen Lieferung beteiligen könnte. Das Unternehmen schweigt sich dazu bisher aus.

Mit dem Leopard 1 und dem Challenger würde die Kampfkraft der Ukraine erheblich gesteigert, da diese den russischen Kampfpanzern überlegen seien. Zudem könnten noch einmal 100 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 hinzukommen, sollte die Bundesregierung ihre Zustimmung geben. Dazu wollen mehrere Länder, darunter Finnland, Spanien und Polen, Kampfpanzer aus eigenen Beständen an die Ukraine abgeben.

>> Lesen Sie hier: Alle aktuellen Entwicklungen im Ukrainekrieg im Newsblog

Da die Bundeswehr keine Leopard-Panzer abgeben kann, könnten für Tschechien und die Slowakei vorgesehene Fahrzeuge in die Ukraine umgeleitet werden. Die beiden Länder würden ihre Panzer dann im Nachlauf erhalten, hieß es. Deutschland hätte damit eine Reserve von 14 Leopard 2, die sie an die Ukraine geben könnte.

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Politik

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